Jörg Trautmann ✝2013

Jörg Trautmann war im TV Heppenheim und insbesondere in der Leichtathletikabteilung ein Urgestein.

Er hat bereits bei den Schülern bei Hansjörg Holzamer trainiert. Er war sogar schon mit sechs Jahren Mitglied und hat alle Entwicklungen der Leichtathletikabteilung mitgemacht.
Er stammt aus einer sportlichen Familie. Sein aus Affolterbach stammender Vater Leonhard "Haddsche" Trautmann (Im Sommer 2003 leider verstorben) war als Abwehrstratege bei den Darmstädter "Lilien" einer der ersten Bergsträßer Vertragsfußballer und führte später als Meistertrainer den FC Sportfreunde Heppenheim in kaum für möglich gehaltene Höhen. Davor betrieb er Leichtathletik.
Außerdem war er zum Abschluss seiner Karriere Spielertrainer und dann Trainer bei den "Sportfreunden" in Heppenheim.

Von Anfang an war Trautmanns Vielseitigkeit dominierend.
Er spielte Handball und Fußball. Vielleicht war das mit ein Grund, dass er nicht ganz nach oben kommen konnte. Das Spielerische stand für ihn immer im Vordergrund.
Er wurde lange Zeit als Baumgartnernachfolger gehandelt, allerdings haben ihn Verletzungen immer wieder zurückgeworfen und bald zur Aufgabe des Leistungstrainings gezwungen.

Seine Lieblingsdisziplinen waren neben dem Mehrkampf, Hürdenlauf und vor allem Stabhochsprung.
Hier gehörte er in den Jugendklassen zur deutschen Spitze und wurde mehrfach vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für Länderkämpfe nominiert.
Der Höhepunkt seiner Karriere war die Bronzemedaille bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Stabhochsprung 1978, damals im TV übertragen. Bestleistungen z.B. 11,0 sec 100 m, 4,75 m Stabhoch, 14,5 sec 110m Hürdenlauf. Zahlreiche Hessische Meisterschaften und Bezirksmeisterschaften stehen auf seinem Konto. Die Fachpresse prognostizierte ihm eine große Zukunft.

Schon sehr früh entschloss er sich für ein Sportstudium und übernahm in jungen Jahren die Leitung der Schülerabteilung der Leichtathleten des TVH. Er war Jugend- und Schülerkoordinator und für den Abteilungsleiter Hansjörg Holzamer eine unverzichtbare Stütze. Er trug wesentlich dazu bei, die Leichtathleten zu einem Aushängeschild des Heppenheimer Sports zu machen. Er war ein Sportpädagoge von hohen Graden und Lehrer für Mathematik und Sport an der Gewister-Scholl-Schule in Bensheim. Auch mit fünfzig Jahren war Jörg immer noch begeisterter Sportler. Surfen und Skilaufen standen im Vordergrund. Auch seine Kinder Julia und Christoph waren Leichtathleten beim TVH.

Leider gibt es Trainer seiner Qualität heute sehr selten.


Von "unfassbar" bis "erschütternd" reichten die Aussagen, als die Nachricht von Jörg Trautmanns Tod in Heppenheim durchsickerte. Der hoch geschätzte Pädagoge kehrte von einem Spanienurlaub nicht mehr zurück. Freunde, mit denen er die Leidenschaft des Surfens teilte, fanden ihn am Ostermontag regungslos neben dem Wohnwagen liegend. Alle Wiederbelebungsversuche verliefen ergebnislos.
Das Herz machte nicht mehr mit.
Jörg Trautmann vollendete im Januar sein 60. Lebensjahr. Er hinterlässt neben den Kindern Julia und Christoph seine langjährige Lebensgefährtin Silke Koebe, eine in Heppenheim praktizierende Tierärztin. Zu den engsten Angehörigen zählen ferner die Schwestern Christiane Zehnbauer und Barbara Ober. "Wir kommen uns alle vor wie in einem schlechten Film", verlautete aus der Familie. Ihr Jörg habe Gesundheit doch wie kaum ein anderer vorgelebt. Genauso nahmen ihn auch die Heppenheimer wahr: Sportlich fit, drahtige Erscheinung, positive Ausstrahlung.
Das Kollegium reagierte auf die Todesnachricht ebenso mit Fassungslosigkeit wie die Schüler, für die Trautmann über seine Lehrerrolle hinaus ein väterlicher Freund war. Erst die Kombination aus beidem macht den guten Pädagogen aus. Jörg Trautmanns Fähigkeit, ohne moralisierend erhobenem Zeigefinger im Gespräch zu überzeugen, hat ihm auch in seiner Heimatstadt höchsten Respekt eingebracht.

Nicht nur der Sport, sondern Heppenheim als Ganzes hat eine große Persönlichkeit verloren.




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